Schnell wie acht Schnecken

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mit etwas angefangen, was ich vorher noch nie in meinem Leben getan habe: Ich habe Sport gemacht. Also, freiwillig.

Schulsport kennen wir ja alle: Regelmäßige Quälerei in der Schulzeit. Mein Sportlehrer war großer Freund des Laufens in gerade in der Oberstufe haben wir dann Doppelstunden damit verbracht, zum nahegelegenen See, zwei Runden drumherum und wieder zurück zur Schule zu laufen. Hat natürlich total gut geklappt und war überhaupt nicht anstrengend und so… (Ende der Ironie).

Irgendwann später hatte ich dann im Internet von Couch to 5K (C25K) gelesen. Ein Trainingsplan, der darauf ausgelegt ist, dass man als untrainierte Couchpotato startet und nach 12 Wochen in der Lage ist, 5 km am Stück zu laufen.

Es hat dann nur knapp zwei Jahre gedauert, bis ich dann wirklich mal damit angefangen habe – motiviert durch Uli, die einfach vor mir damit angefangen hat. Das konnte ich dann natürlich nicht auf mir sitzen lassen und habe dann auch ernst gemacht.

C25K fängt wirklich langsam an – die erste Woche besteht aus Intervallen aus 1 Minute joggen gefolgt von anderthalb Minuten gehen. Das ist ein echt guter und nicht allzu anstrengender Einstieg – und sorgt dafür, dass man direkt mit Erfolgserlebnissen anfangen kann, ohne sich dabei zu verausgaben.

Und irgendwie ging es dann so weiter. Eine Woche habe ich wiederholt, weil ich sie beim ersten Mal zu anstrengend fand. Dafür habe ich am Ende zwei Wochen übersprungen und bin direkt von 20 Minuten am Stück laufen zu 30 Minuten am Stück gesprungen und habe die 25- und 27 Minuten-Intervalle ausgelassen.

Später habe ich dann weiter auf 10 km trainiert. Ein Teil der Hörerschaft vom Alliteration am Arsch-Podcast wollte beim 10 km-Lauf des Vivawest-Marathons mitlaufen, und ich hatte mich da auch für angemeldet und habe dafür trainiert. Leider fand der Lauf dann wegen Corona nicht statt, also habe ich im Vorfeld die Seite 10km-am-arsch.de gebastelt, über die man dann virtuell gegeneinander antreten konnte. Ich habe dann Platz 17 von 35 Teilnehmern erreicht.

Als Ziel für 2020 hatte ich mir gesetzt, 800 km zu joggen. Hier meine Ergebnisse dieses Jahres in einem überhaupt nicht überlasteten und komplexen Diagramm zusammengefasst:

Die gepunktete Linie oben ist der Trend zu meinem Ziel von 800 km. Die schwarze, dicke Linie ist dabei die Strecke, die ich gelaufen bin. Ist diese Linie über der gepunkteten Linie, bin ich im Plus; ist sie darunter, bin ich weniger gelaufen, als nötig. Dieser Unterschied ist auch nochmal in dem grün-roten Diagramm in Hintergrund zu sehen: Ist es grün, bin ich im Plus. Rot, wenn nicht.

Die schmalen blauen Balken zeigen jeweils an, wie weit ich bei einer Laufrunde gelaufen bin. Und die Linie unten zeigt meinen Pace an (Minuten pro Kilometer – höher ist schneller).

Das Jahr fing ganz gut an und ich habe meine Distanz fleißig gesteigert. Dann hatte ich im Februar zweimal Probleme mit den Knien und musste pausieren. Danach ging es wieder ganz gut aufwärts und ich war gut im grünen Bereich. Bis dann in der zweiten Jahreshälfte die ganze Wohn- und Hausbausituation komplexer wurde. Und schon hatte ich weniger Zeit zum Laufen… Dazu dann noch schlechtes Wetter und Dunkelheit, wenn ich von der Arbeit komme…

Startzeit der Läufe vs. Datum

Außerdem: Geringer werdende Motivation. Anfang des Jahres bin ich regelmäßig morgens um 5 aufgestanden, um noch vor der Arbeit eine Runde laufen zu gehen. Das mache ich inzwischen nicht mehr, sondern laufe nur noch nach der Arbeit.

Insgesamt habe ich 2020 so 695 km zurückgelegt. 105 weniger, als ich mir vorgenommen habe. Für 2021… nehme ich mir wieder 800 km vor. Und bin mir schon jetzt relativ sicher, es nicht schaffen zu werden. Mit dem Hausbau und Umzug und so Krempel wird es ziemlich sicher noch schwerer als dieses Jahr, das Ziel zu erreichen. Aber mal schauen, wie viel ich dann wirklich schaffe…

695 km pro Jahr entsprechen übrigens (danke, WolframAlpha) einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 22 mm pro Sekunde. Was 8x schneller ist, als die schnellste Weinbergschnecke schafft. Also kann ich jetzt guten Gewissens von mir behaupten, so schnell zu sein, wie acht Schnecken zu sein.

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