Liebe Radiowerbungsmacher,...


leider kenne ich keinen von euch persönlich. Sonst würde ich nämlich echt gerne mal bei eurer Familie beim Abendessen mitmachen.

Ich stelle mir das bei euch nämlich so vor:

Vater: Schatz, reichst du mir bitte das Melwissa Mineralwasser mit einem Hauch von Fruchtgeschmack?
Mutter: Gerne doch. Welches darf es denn sein? Maracuja-Pfirsich, Himbeere-Basilikum oder das neue Pflaume-Litschi?
Vater: So eine schwere Entscheidung. Die sind doch alle so lecker. Aber ich habe schon so viel von dem neuen Melwissa Mineralwasser mit einem Hauch von leckerem Pflaume-Litschi Fruchtgeschmack gehört, das muss ich doch auch mal probieren.
Mutter: Hier, bitte. Das gab es heute bei Netto besonders günstig, weil heute ja Framstag, also Freitag und Samstag, ist. Nur dieses Wochenende und nur solange der Vorrat reicht.
Vater: Oh, da haben wir aber Glück gehabt.
Sie lachen, als ob das der beste Witz aller Zeiten war.
Mutter: Was hältst du davon, wenn wir morgen Abend Spaghetti machen? Ich habe das neue Bio-Basis-Öl von Saitenbacher gekauft. Bio-Basis-Öl. Von Saitenbacher!
Vater: Ohne meinen Alltours sage ich nichts.

Ein ähnlich abstruses Beispiel läuft gerade im Radio. Eine Frau (#1) spricht auf der Straße eine unbekannte Frau (#2) an, woher sie denn das tolle Kleid hat. Die überlegt erst, ob sie eine anderes Marke nennen soll, sagt dann aber doch die Wahrheit, nämlich, dass das Kleid von Adler ist. Daraufhin schaltet sich eine weitere Frau (#3) ein, die das Gespräch mitgehört hat, und unbedingt mitteilen muss, dass ihr Kleid ja auch von Adler ist, ihr das Kleid von Frau #1 aber auch sehr gut gefällt.

Jupp. Ernsthaft. Passiert so sicherlich tagtäglich an zig Stellen in der Phantasie von Radiowerbungsmachern in Deutschland.

Außerdem sagt die Werbung ja auch schon aus, dass Kleidung von Adler "schlechter" ist als die von anderen Marken. Warum sonst würde Frau #1 sonst erst überlegen müssen, ob sie jetzt "Adler" oder lieber was anderes sagen soll?

Jetzt mal im Ernst: Redet ihr Radiowerbungsmacher wirklich so? Führt ihr wirklich solche Gespräche? Sprecht ihr wildfremde telefonierende Leute auf der Straße darauf an, dass euer Telefon von der gleichen Marke ist? Oder glaubt ihr, dass nur wir so reden?

Oder glaubt ihr, dass wir das total lustig oder so finden, wenn "die im Radio" so reden?

Sorry, nee, klappt nicht. Zwar kenne ich die Marken, um die es bei der Werbung geht (und ja, ich schreibe sogar darüber). Allerdings haben sich diese Marken in dem Bereich in meinem Kopf eingebrannt, der dafür sorgt, dass ich sie niemals bewusst kaufen werde.

Ist das euer Ziel? Ich glaube (hoffe) ja wohl nicht.

Oh, da fällt mir noch ein Beispiel ein: Kunden wollten irgendwelche Möbel (?) kaufen, haben sich aber verwählt und dann sehr vehement versucht, beim Dönermann ein Bett zu kaufen und ihm überhaupt nicht zugehört. Das Einzige, was ich von dieser Werbung mitgenommen habe, ist: Leute, die bei diesem Möbelhaus einkaufen, sind zu blöd zum telefonieren.

Aber man soll ja nicht nur schlechte Beispiele nennen, sondern auch mal ein paar Gute. Quasi als Vorbilder.

Spontan fallen mir die Radiowerbungs-Werbungs-Spots "Die neue Salbe Stropto 10" und "Im Hallenbad" ein. Speziell, weil die defintiv Ohrwurm-Charakter haben.

Und dann gab es mal einen Spot eines Tapetenherstellers, der die Saitenbacher-Werbung parodierte. Der hier:

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RUD


RUD ist eine schöne Abkürzung. Wisst ihr, wofür sie im Raumfahrtbereich steht? Rapid Unscheduled Disassembly. Auf deutsch also ungefähr Schneller ungeplanter Auseinanderbau.

Klingt auch noch nach einem genau vorgeschriebenen Prozedere - bedeutet aber eigentlich, wie schon Leelo in "Das 5. Element" sagte, "Großes Badabumm". Schneller und ungeplanter als durch eine Explosion kann man so eine Rakete schließlich nicht auseinanderbauen…

Aber hauptsache, es wirkt professionell.

An der Uni habe ich mal einen Vortrag von einem Mitarbeiter des Formel 1-Red Bull-Teams gehört. Er hat da erzählt, dass diese Gebläse, mit denen Bremsen und Motor der Rennwagen in der Garage gekühlt werden, ganz normale Laubbläser aus dem Baumarkt sind.

We just paint them so they look more professional.


Neues Seitenleistenbild


Ich habe mal das Foto von mir in der Seitenleiste ausgetauscht… Wurde nach 5 Jahren oder so ja auch wirklich mal Zeit. ;-)

Hier nochmal als Referenz: Das ist das alte Bild:

Das alte Bild

Und dies ist das neue Bild:

Das neue Bild

Entstanden ist es bei einem Spaziergang in Gennep in Holland.


pa-pa-pi-pi-a-a


Eigentlich hat Henry ja recht: Papa ist gleich Pipi plus A-A.

Wobei ich das eigentlich nicht hätte wissen müssen…


Ich bin "Mäuschen"


Als ich gestern nach Hause kam, standen die Nachbarin und ihre 3-jährige Tochter draußen. Als sie mich sahen, entstand folgender Dialog:

Tochter: Da ist mein Mäuschen!
Mutter, dezent irritiert: Hä? Was? Wie bitte? Das ist doch nur der Fabian.
Tochter: Ja, aber das ist der Papa von Henry und der ist mein Schatz.


Designänderungen


Vielleicht habt ihr es schon so gesehen, vielleicht aber auch nicht, weil ihr einen Feedreader nutzt: Ich habe das Design hier mal ein bisschen "verbessert": Größere Schrift, jetzt mit Serifen - und generell eine breitere Seite.


Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt...


Henry ist mit seinen 2 Jahren und 2 Monaten ja jetzt mitten in diesem Zeitfenster, in dem der Abschied von Windeln stattfindet.

Da gibt es ja mehrere Stufen: Erst merken Kinder von "Pipi-A-A" nichts, dann bemerken sie es, während es passiert, und dann auch irgendwann, bevor es passiert (wobei da der Vorlauf erst sehr, sehr gering ist und erst mit der Zeit wachsen muss).

Henry ist gerade am Übergang von "während" zu "vorher". Gestern hatten wir ihn nach dem Duschen ein bisschen nackig herumlaufen lassen (eine Sache, die derzeit dann halt eh schon nicht gerade risikoarm ist). Als dann ein leises "Pipi-A-A" zu hören war, suchten wir erstmal die (bereits passierte) Katastrophe. Aber da war nichts von zu sehen. Also schnell das nackte Kind auf die (schon vorher vorbereitete) Toilette gesetzt.

Und tatsächlich, nach ein paar Sekunden kamen dann ein paar Tropfen Pipi, die dann auch tatsächlich in der Toilette landeten. Yeah. Da Kinder ähnlich funktionieren wie Pawlows Hund, war Belohnung wichtig. Nicht, dass wir eh schon über diesen Erfolg gefreut hätten…

Henry freute sich fleißig mit, und wollte natürlich erreichen, dass wir uns noch mehr freuen. Also drückte er fleißig weiter. Wusstet ihr, dass in ein zwei Jahre altes Kind etwa 4 Liter Urin passen? Und dass ein zwei Jahre altes Kind speziell im Bereich "Zielen" ungefähr so viel Übung hat wie ein Delfin im Seiltanzen?

Am Ende war das Kind wieder komplett nass (Ja. Auch im Gesicht. Und in den Haaren.), das Badezimmer war überraschend großflächig überschwemmt und wir schwankten irgendwo zwischen Unglauben, Lachen und Verzweiflung hin und her.

Immerhin hatte Henry sich damit "verdient", nochmal ne Runde unter die Dusche zu dürfen. Das sollte auf jeden Fall eine gute Belohnung gewesen sein. (Ja, er duscht und badet sehr gerne. Das war keine Ironie.)


"Wir machen eine kurze Umfrage"


Ihr kennt das doch sicher auch. Das Telefon klingelt und am anderen Ende ist eine nett klingende Stimme, die euch gerne im Auftrag von Forsa oder Infratest Dimap oder was auch immer gerne ein paar Fragen stellen würde.

Normalerweise der pefekte Grund für ein "Sorry, kein Interesse. Schönen Tag noch." Aber andererseits wäre es doch auch mal interessant, soetwas mitgemacht zu haben… Und eigentlich ist ja auch nur fair, weil ich ja auch immer wieder mal ganz gerne irgendwelche blöden Statistiken sehe.

DIe ersten drei, vier Fragen waren dann auch erstmal das erwartete "wen würden Sie wählen, wenn morgen Bundestagswahl wäre" und so.

Was einem vorher keiner sagt: Das ist dann nicht nur eine Umfrage zu diesem einen Thema, sondern gleich zu mehreren. Vermutlich muss man die Kuh halt melken, solange sie noch Fragen beantwortet. (So ging doch das Sprichwort, oder?)

Was auch sehr nervig ist: Die Umfragen haben keine Bedingungen a la "Wenn hier ein 'Nein' kommt, braucht man gar nicht erst weitermachen."

Wie häufig lesen sie Modeblogs? Täglich, mehrmals pro Woche, einmal pro Woche, seltener als einmal pro Woche oder gar nicht?
Gar nicht.
Kennen Sie das Modeblog "Julias Modewelt*"?
Ich kenne gar keine Modeblogs.
Also kennen Sie es nicht?
Nein!
Kennen Sie das Modeblog "Laras Leggins*"?
Nein, auch nicht.
Kennen Sie das Modeblog "Stricken mit Susi*"?

So ging das dann noch 4 weitere Modeblogs lang. Völlig überraschend waren die mir auch alle unbekannt.

Aber das war natürlich noch nicht alles.

Wie würden Sie das Modeblog "Julias Modewelt*" bewerten? Bitte verwenden Sie Schulnoten von 1 bis 6, wobei 1 für die beste und 6 für die schlechteste Bewertung steht.
Ich kenne es doch gar nicht. Was weiß denn ich?
Sie können diese Frage auch auslassen.
Dann machen wir das doch.
Okay. Wie würden Sie das Modeblog "Laras Leggins*" bewerten? Bitte verwenden Sie…
Ich will diese Frage auch auslassen.
Ich muss Ihnen die Frage leider erst komplett vorlesen. Also: Wie würden Sie das Modeblog "Laras Leggins*" bewerten? Bitte verwenden Sie Schulnoten von 1 bis 6, wobei 1 für die beste und 6 für die schlechteste Bewertung steht.
Auslassen.
Aha. Okay. Wie würden Sie…

Gnaaaarf. Anschließend wurde ich noch zu meinen Vorlieben zu gebügelter Kleidung befragt…

Wie wichtig ist Ihnen persönlich frisch gebügelte Kleidung auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 für sehr wichtig und 10 für unwichtig steht?
10
Würden Sie gerne häufiger gebügelte Kleidung tragen?
Nein.
Würden Sie häufiger gebügelte Kleidung tragen, wenn das Bügeln einfacher wäre?
Nein.
Wären Sie bereit, Geld auszugeben, um Ihre Kleidung bügeln zu lassen?
Nein.
Wären Sie bereit, Geld auszugeben, um Ihre Kleidung selber bügeln zu können?
Nein.

Und so weiter, und so fort. Ich habe dann tapfer bis zum Ende durchgehalten ("Wenn wir doch schon so weit sind…"), was nur 35 Minuten gedauert hat. Uli hat mich danach dann für völlig durchgeknallt erklärt.

Aber immerhin haben diese 35 Minuten mein Interesse, an Telefonumfragen teilzunehmen, sehr nachhaltig vernichtet. Ist ja vielleicht auch nicht so schlecht.

* Namen frei erfunden. Ich kenne wirklich keine Modeblogs und will auch erst recht nicht anfangen, welche zu suchen.

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Kommentare, anyone?


Ist ein Blog ohne Kommentare eigentlich noch ein Blog? Was ist es dann? Vielleicht ist das ja der Unterschied zwischen einem Tagebuch und einem Blog: Beim Blog kann man kommentieren, beim Tagebuch nur lesen…?

Ich probiere das nochmal mit den Kommentaren. Das Blog läuft ja über Jekyll, das nur statische Seiten erzeugt und selber keinerlei Kommentar-Funktionen mitbringt. Also habe ich mal testweise Disqus eingebaut.


Der Stand der Dinge


Ja, in der letzten Zeit hat sich bei mir so einiges getan. Ich fühle mich ein bisschen verpflichtet, euch da mal ein bisschen auf den Stand der Dinge zu bringen…

Nehmen wir doch einfach mal diese paar Wörter, mit denen ich mich da rechts am Rand selbst beschreibe, etwas genauer unter die Lupe. Aus, äh, sinnmachenden Gründen mal in etwas anderer Reihenfolge:

Ehemann: Ja, ich habe geheiratet. Die Uli. Ist jetzt schon bald 3 Jahre her. Aber das hatte ich hier im Blog ja auch schon mal erwähnt. Danach dann schöne Flitterwochen auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer. Großartig.

Vater: Das bin ich inzwischen auch. Vater. Wie alt sich das anhört… Anyway: Henry ist jetzt 2 Jahre und 2 Monate alt und das perfekte Einsteigerkind. Immer happy, immer zufrieden - nur das mit dem Schlafen müssen wir noch etwas besser hinbekommen.

Filmvorführer: Nicht mehr viel, aber noch ein bisschen. Im Uni-Film-Club. Da wurde vor zwei Jahren digitalisiert: Raus mit dem alten Filmprojektor, her mit dem großen Digitalprojektor (auch bekannt als "Beamer"). Ist bequemer, aber auch viel, viel langweiliger.

Bastler: Wenn sich mal die Zeit dazu findet. Aktuelles "Werkzeug" dafür: Ein 3D-Drucker. Mensch, was kann man damit für tolle Sachen machen.

Programmierer: Siehe Bastler. Immer gerne, aber selten Zeit. Letztes Projekt war ein Plugin, dass Benachrichtigungen vom Drucker per Telegram verschickt und auf dem selben Weg Kommandos entgegennimmt.

Was nicht mehr drin ist: Kinofreak. Bin ich zwar immer noch, allerdings war ich im vergangenen Jahr genau 1x im Kino (in Arnheim in Star Wars).

Was heißt das für dieses Blog? Wenn ich mir das so ansehe: Weniger Erzählungen von Filmen und der Sneak; dafür mehr über Vatersein und Familie und so? Weniger Twitter, mehr Urlaub? Irgendwie soetwas. Aber auf jeden Fall: Es geht weiter. 1437 Posts sind es schon, mal schauen, wie viele noch kommen.